Das perfekte Reisestativ

In Kürze beginnt die Reisesaison wieder und so mancher fragt sich, ob er wirklich das schwere alte Stativ mit auf die Reise nehmen sollte, das seit Jahren ungenutzt in der Ecke steht. Das perfekte Reisestativ ist es nicht, es ist schwer, mühsam zu bedienen und so richtig gut halten tut es auch nicht mehr.

Aber gerade auf Reisen gibt es natürlich besonders viele Motive, die man ohne Stativ kaum in guter Qualität aufnehmen kann. Was also tun? Und mehr noch, wie sollte das perfekte Reisestativ sein? Das Stativ Lexikon gibt Antworten darauf!

Die Quadratur des KreisesFür welche Kamera?Wie reise ich?Für welche Aufnahmen? | Das BudgetDie Stative

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Selten genug gibt es im Hamburger Hafen ein derartiges Farbenspiel. Glücklich ist, wer das perfekte Reisestativ dabei hat.

 


Die Quadratur des Kreises:
Leicht – Preisgünstig – Klein – Stabil

Natürlich sollte das perfekte Reisestativ klein und leicht, dabei aber möglichst stabil und gleichzeitig preisgünstig sein. Und damit ist klar: das perfekte Reisestativ gibt es nicht! Nach meinen Erfahrungen der vergangenen 40 Jahre kann ich sagen, dass sich ein Stativ mit drei Eigenschaften beschreiben läßt: Gewicht, Preis, Stabilität. Eine dieser Eigenschaften leidet immer. Entweder hat man ein leichtes und sehr stabiles Stativ, dann reißt es ein großes Loch ins Porte­mon­naie. Oder man hat ein preiswertes und gleichzeitig sehr stabiles Stativ, dann hat man was zum Schleppen! Die dritte Möglichkeit ist leider die verbreitetste. Ein leichtes und preiswertes Stativ wird in jedem Fotoladen oder Discounter für kleines Geld angeboten, leider wackelt es wie ein Lämmerschwanz.

Was also kann man tun?

Das abendliche Schauspiel sieht großartig aus, wer aber ohne Stativ fotografiert, kämpft mit dem wenigen Licht.

 


Erste Frage: Für welche Kamera?

Das heißt aber noch lange nicht, das man unter 200,- € das perfekte Reisestativ nicht erwerben könnte. Die wichtigste Frage ist dabei, für welche Art von Kamera man das Stativ hauptsächlich verwenden möchte. An das Stativ, das eine professionelle Vollformat-Spiegelreflexkamera tragen soll, werden natürlich andere Anforderungen gestellt, als an ein kleines Stativ für die Actioncam oder das Smartphone. Auch die Frage, welche Art von Objektiven bei Kameras mit Wechselobjektiven zur Anwendung kommen, ist entscheidend. Der typische Urlaubsfotograf, der ausschließlich das Kit-Objektiv seiner Digicam benutzt, kommt mit einem weniger stabilen Stativ aus, als der Vogelfotograf, der mit sehr langen Brennweiten unterwegs ist. Das perfekte Reisestativ ist als für jeden ein Anderes.

In den Vergleichstabellen, die für die bekanntesten Stativhersteller im Stativ Lexikon aufgeführt sind, werden die wichtigsten Abmessungen der Stative so wie deren maximale Belastung durch das Kameragewicht angegeben. Bei den Herstellerangaben sollte man aber etwas vorsichtig sein, ich habe den Eindruck, dass es mit diesen Werten wie mit den Verbrauchswerten der Autohersteller ist. Sie gelten nur bei optimalen Bedingungen.

Selbst im sonnigen Marrakesch braucht man ein Stativ öfter, als man denkt, denn die Sonne geht dort früher unter, als in Europa.

 


1. PRAXISTIPP!

Man kann die Stabilität jedes Stativs erhöhen, indem man die Mittelsäule nicht auszieht. Das Stativ ist dann nicht ganz so hoch und man muss sich eventuell bücken, um in den Sucher zu schauen. Das ist aber ein vergleichsweise kleines Opfer, wenn man dadurch schärfere Bilder erhält, weil die Aufnahme nicht verwackelt wird.

Nicht immer ist es erlaubt, in einem Einkaufszentrum wie hier in Venedig mit einem Stativ zu Fotografieren.

 


Zweite Frage: Wie reise ich?

Ein weiteres Kriterium ist die Art der Reisen, die man vorzugsweise macht. Verbringt man seinen Urlaub größtenteils auf einem Segelboot, im Ultralight oder am Paragliding-Schirm, wird das perfekte Reisestativ ein kleines Stativ zum Fixieren der Actioncam am Segelmast, Helm oder sonstigen Befestigungsmöglichkeiten sein. Bergwanderer und Bergsteiger sollten darauf achten, das das benötigte Stativ für die Aufnahme des Sonnenaufgangs auf dem Berggipfel möglichst leicht und wetterfest ist und auch in den Rucksack passt.

Auch das benutzte Verkehrsmittel kann entscheidend sein. Ist man mit dem Auto unterwegs, wird es kein Problem sein, auch ein größeres und schwereres Stativ im Kofferraum zu verstauen. Wählt man aber das Flugzeug, dann zählt ja bekanntlich jedes Kilogramm. Hat man dann noch den Wunsch, kein Gepäck aufgeben zu wollen, wird es richtig schwierig: das perfekte Reisestativ muss in den Koffer passen, der nicht länger als 55 cm sein darf (mit Rollen und Griffen). Da bleibt innen meist deutlich weniger als 50 cm Packmaß für das Stativ übrig.

Auch hier helfen die Vergleichstabellen mit den technischen Daten im Stativ Lexikon. Beachten sollte man besonders das Packmaß und das Gewicht inklusive Stativkopf.

Ein bisschen Planung und ein bisschen Glück gehören dazu, um so ein Motiv im richtigen Moment einzufangen.

 


Dritte Frage: Für welche Aufnahmen?

Einen Aspekt, den viele Anwender nicht beachten bei der Auswahl für das perfekte Reisestativ ist die Frage, welche Art von Aufnahmen man vorzugsweise machen möchte.

Architekturaufnahmen kann man besser mit einem 3D-Neiger machen, Portraits lieber mit einem Kugelkopf oder Pistolengriff. Will man seine Kamera irgendwo befestigen, eignen sich die populären Klammerstative, wie z.B. die Gorillapods oder andere Klemmstative. Landschaftsfotografen, die Panoramen aufnehmen wollen, fahren am besten mit einem Panoramakopf und die Spezialisten für Pilze, Käfer und andere Makrothemen benötigen oft ein Bodenstativ oder spezielle Einstellmöglichkeiten, um die Kamera besonders bodennah positionieren zu können.

Die unterschiedlichen Arten von Stativen und Stativköpfen sowie die zum Bau verwendeten Materialen werden im Stativ Lexikon erklärt und durch die Vorstellung der wichtigsten Hersteller und deren Produkte ergänzt.

In der blauen Stuunde ist ein Stativ unentbehrlich.

 


2. PRAXISTIPP!

Mit einem Kabel-, Infrarot- oder Funkauslöser vermeidet man das Vibrieren der Kamera durch den Druck auf den Auslöser. Man reduziert damit die Gefahr des Verwackelns und erhält damit schärfere Aufnahmen bei längeren Belichtungszeiten oder Brennweiten.

In der Kirche gibt es wenig Licht zum fotografieren, ein Stativ ist hilfreich, egal ob mit oder ohne Hochzeit.

 


… und die letzte Frage!

„Was kostet das perfekte Reisestativ?“, das kann immerhin das Stativ Lexikon beantworten. Denn nicht zuletzt stellt sich natürlich die Frage nach dem zur Verfügung stehenden Budget. Es gibt also viele Faktoren, die die Auswahl des geeigneten Statives erschweren können.

… und dann kommt da jemand in meinem Fotokurs zu mir und fragt mich: „Was für ein Stativ soll ich mir denn kaufen?“ Die Frage ist genau so einfach zu beantworten wie diese hier: „Was kostet ein Auto?“

Aber mit Hilfe des Stativ Lexikons finden Sie ganz sicher das perfekte Reisestativ!

An Gebäuden wie den Krakauer Tuchhallen ist man in der blauen Stunde nicht allein mit seinem Stativ und der Kamera.

 


3. PRAXISTIPP!

Immer wieder sehe ich, das die auf die Stative montierten Kameras nur sehr zaghaft festgeschraubt sind. Man sollte die Schraube, die die Kamera mit dem Stativ oder der Schnellwechselplatte verbindet, so fest wie möglich anziehen, damit die Kamera sich auf dem Stativ nicht bewegt oder sogar herunter fällt. Ich habe in 40 Jahren noch NIE eine Kamera gesehen, bei der das Stativgewinde heraus gebrochen war, weil der Anwender die Schraube zu fest angezogen hatte!

Das gleiche gilt natürlich auch für alle Arretierungen des Statives selbst. Manche Kamera wackelt auf dem Stativ hin und her, nur weil die Stativbeine oder der Stativkopf nicht richtig fest gestellt worden ist. Allerdings muss man hier bei billigen Plastikstativen aufpassen – nach „fest“ kommt „ab“!

 

 


Das perfekte Reisestativ

Hier kommt nun endlich meine kleine Auswahl für das perfekte Reisestativ von Gitzo, JobyK&F Concept, Manfrotto, Novoflex und Sirui. Sie alle sind hervorragend für die Reise geeignet, denn es sind kleine und leichte Stative mit gleichzeitig guter Tragfähigkeit und Stabilität.
Das TC2534 von K&F ConceptManfrottos Befree und das Sirui T-005X bieten drei sehr vergleichbare Stative zu einem ähnlich günstigen Preis an, wobei das Stativ von K&F Concept mit einem attraktiven Preis als einziges Carbon-Stativ  heraus ragt. Das GT1542 Mountaineer von Gitzo und das Novoflex TRIOC2840 liegen preislich in einer anderen Liga, bieten jedoch Spitzenqualität für das perfekte Reisestativ.

 

BeschreibungProfi-KommentarBewertungPreis
SIRUI T-005X/C-10X Traveler Ultralight Dreibeinstativ *alte Version* (Alu, Höhe: 130cm, Gewicht: 0,83kg, Belastbarkeit: 4kg) schwarz
SIRUI T-005X/C-10X Traveler Ultralight Dreibeinstativ *alte Version* (Alu, Höhe: 130cm, Gewicht: 0,83kg, Belastbarkeit: 4kg) schwarz
Mit 34 cm Packmaßlänge und 1 kg Gewicht inkl. Kugelkopf ist das T-005X von Sirui eines der kleinsten und leichtesten Reisestative für kleine und mittlere Kameras zu einem super Preis, Bei diesem leichten Stativ ist es nützlich, die Mittelsäule nicht auszuziehen, so wird es auch mit schwereren Kameras stabiler.
4.5
109,90 EUR
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K&F Concept TC2534 Stativ Carbon Reisestativ Kamerastativ mit 3D-Kugelkopf Einbeinsativ-Funktion 45-168cm
K&F Concept TC2534 Stativ Carbon Reisestativ Kamerastativ mit 3D-Kugelkopf Einbeinsativ-Funktion 45-168cm
Das K&F Concept Karbon Stativ TC2534 ist eines der preiswertesten Carbon-Stative überhaupt. Dazu ist es mit doppelter Funktion ausgestattet: es bietet ein Dreibein und Einbein in einem Stativ, ist sehr leicht und gut verarbeitet. Wenn die Kamera nicht zu schwer ist oder mit einem 600 mm Objektiv bestückt ist, kann es auf Reisen sehr nützlich sein.
4.4
124,99 EUR
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Gitzo GT1542 Mountaineer Serie 1 Carbon Stativ mit 4X Beinsegmente
Gitzo GT1542 Mountaineer Serie 1 Carbon Stativ mit 4X Beinsegmente
Das Gitzo Carbonstativ GT1542 ist mit 1,3 kg ohne Kopf bei einer Tragkraft von 10,0 kg und 62 cm Transportlänge ein Leichtgewicht gemessen an der Qualität, Schwingungsarmut und Leistung. Verarbeitung und Finish unterstreichen die absolute Spitzenklasse des Gitzo, die sich allerdings auch im Preis niederschlägt. Wer für seine schwere Kamera auf ein leichtes Stativ wert legt, ist hier bestens versorgt.
Derzeit nicht verfügbar
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Manfrotto MKBFRA4-BH Befree Reisestativ, schwarz
Manfrotto MKBFRA4-BH Befree Reisestativ, schwarz
Das Manfrotto MKBFRA4-BH Befree Reisestativ zeigt schon im Namen, wofür es gedacht ist. Mit 40 cm Transportlänge und 1,4 kg in der Aluminiumvariante und 1,1 kg Gewicht in der Carbonversion ist dieses Stativ definitiv für's Reisen gemacht. Dabei trägt es 4,0 kg lt. Herstellerangaben.
4.4
129,85 EUR
Shop
Novoflex TrioPod Bein Kit (TRIOA2830)
Novoflex TrioPod Bein Kit (TRIOA2830)
Eine präzise Fertigung und hochwertige Materialien zeichnen Novoflex-Stative wie das TRIOC2840 aus, Besonderheit bei dieser Stativserie sind die einzeln abnehmbaren Beine, um mit den enthaltenen Minibeinen in Bodennähe, für Makroaufnahmen oder an schwer zugänglichen Positionen zu arbeiten. Mit 1,5 kg Gewicht ohne Stativkopf bei einer Arbeitshöhe von max. 148 cm ist das TRIOC2840 ein leichter und sehr stabiler Reisebegleiter.
509,00 EUR
Shop
BENRO Slim TSL08CN00 Carbon Stativ Kit mit Kugelkopf N00
BENRO Slim TSL08CN00 Carbon Stativ Kit mit Kugelkopf N00
Das Carbon Stativ Benro Slim ist ein idealer Reisebegleiter. Mit seiner Tragkraft von 4,0 kg bein einem Eigengewicht von nur 1,01 kg inklusive Kugelkopf ist es unterwegs für die unterschiedlichsten Anwendungen geeignet. Das Packmaß von 51,0 cm bei vier Beinsegmenten ist auch für das Handgepäck auf Flugreisen oder bei Trekkingtouren am Rucksack sehr praktisch und wenn das Wetter ungemütlich wird, schützt die mitgelieferte Stativtasche das Stativ unterwegs optimal.
5.0
109,00 EUR
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